Pebble Steel – Ein Smartwatch Erfahrungsbericht

Das erste mal habe ich vor über einem Jahr überlegt mir eine Pebble zu kaufen, damals ging sie gerade aus der Kickstarter Kampagne in die reguläre Vorbestellphase über, genau zu dem Zeitpunkt kamen aber auch die ersten iWatch Gerüchte auf, da ich mir von der iWatch eine deutlich bessere Integration und ein besseres Nutzungserlebnis versprach, habe ich meine Vorbestellung gecancelt und habe gewartet, vergeblich. Als im Frühjahr Pebble Steel auf den Markt gekommen ist habe ich wieder überlegt, als dann ein Angebot kam -15$ und Free Shipping habe ich zugeschlagen.

Zunächst musste ich rund 2 Monate bis zum 24.März warten, bis ich meine Pebble in der Hand halten konnte. Dazu sei gesagt, wegen eines fehlenden Papiers lässt sich Pebble aktuell nicht nach Deutschland importieren, jedoch gilt diese Einschränkung einzig und alleine für Deutschland, wer also Freunde im EU Ausland hat ist hier bestens versorgt. Ich habe die Uhr zu einem Freund in den Niederlanden schicken lassen, und dieser hat die Uhr schließlich weiter zu mir geschickt. Kostenpunkt nach Zoll und Dollarkurs waren rund 200€.

Bei eBay werden bereits importierte Uhren zwischen 200 und 250€ gehandelt, somit ist das Risiko recht überschaubar falls mir die Uhr nicht gefallen hätte.

Die Technischen Daten (laut Hersteller):

  • BlueTooth LE
  • ePaper Display
  • Wasserdicht bis 50m
  • Apps und individualisierbare Watchfaces
  • 5-7 Tage Akkulaufzeit
  • Vibrationsalarm
  • Wechselarmbänder
  • Corning Gorilla Glas (nur Pebble Steel)
  • 4 Wasserdichte Köpfe zur Bedienung
  • LED Zur Anzeige des Ladestatus (nur Pebble Steel)
  • USB Ladekabel mit Magnetverschluss auf der Uhrseite
  • App für iOS und Android

Der Inhalt:

Die Uhr kommt in einer sehr schönen und edlen Verpackung mit einem Lederarmband und einem Metallarmband, diese lassen sich relativ einfach mit einem spitzen Schraubendreher wechseln. Kleiner Wermutstropfen, das Metallarmband hat einen Verschlussmechanismus, dieser nimmt einem leider die Option, das man durch verstellen eines Bolzen die Länge des Armbands verändern kann, wie man es vielleicht von den meisten Metallarmbändern gewohnt ist. So ist das Armband für mich deutlich zu lang gewesen, und ohne Uhrmacherwerkzeug ist das Armband nicht einzukürzen. Den Gang zum Uhrmacher habe ich bis jetzt noch nicht angetreten, so das ich jetzt seit knapp 2 Monaten das Lederarmband im Einsatz habe. Natürlich ist auch das Ladekabel dabei, man kann es gut als MagSafe Kabel bezeichnen.

Zur Handhabung:

Die Uhr lässt sich sehr simpel wie man es erwarten würde mit dem iPhone koppeln. Und nach Freigabe erscheinen alle Push Notifications auf der ePaper Uhr. Das ePaper ist eine der großen Stärken dieser Uhr, das sparsame Display sorgt dafür das trotz kleiner Baugröße der Akku bei normaler Nutzung rund 4-5 Tage hält bevor man wieder aufladen muss. Der zusätzliche Verbrauch auf dem iPhone hält sich in Grenzen, ich habe eher das Gefühl das sich die Dauer mit der ich bei einer Ladung mit meinem iPhone auskomme verlängert hat, dadurch das sich das Nutzungsverhalten geändert hat.

Akkulaufzeit und Aufladung

Wie schon erwähnt komme ich mit einer Ladung des Akkus ca 4-5 Tage aus, das ist etwas weniger als die 5-7 Tage laut Hersteller, aber trotzdem noch näher dran als man das teilweise von anderen Geräten kennt. Für mich heißt das, das ich die Uhr zweimal pro Woche aufladen muss. Ich habe das Ladekabel in der Regel am linken USB Port meiner Mac Tastatur angeschlossen, die Länge des Ladekabels ist angenehm gewählt, so das ich während des Ladevorgangs bequem weiterarbeiten kann ohne das ich mich angekettet fühle oder das man sich in einem zu langen Kabel verheddert. Da es sich um ein magnetisches Ladekabel handelt löst es sich automatisch bei zu heftigen Bewegungen oder falls man den Rechner verlässt und vergisst das Kabel zu lösen. Einziges Problem was mit in den 2 Monaten jetzt bereits 2 mal passiert ist. Wenn die Uhr über das Wochenende leer wird ist meist das Ladekabel nicht in der nähe, so das ich dann erst Montag die Uhr wieder aufladen konnte. Heißt also, man sollte die Uhr Freitags einmal aufladen auch wenn sie vielleicht noch nicht leer ist. Für eine volle Ladung braucht die Uhr gefühlt ca eine halbe Stunde.

Nutzen

So, wofür setze ich die Uhr ein? Ich setze die Uhr für mehrere Zwecke ein, also neben der klassischen Funktion als Uhr.

Zum einen als zweites Display meines iPhones. Ich kriege dort alle Notifications die sonst auch auf dem iPhone ankommen, signalisiert durch eine leichte Vibration am Handgelenk. Das finde ich sehr komfortabel, ich schaue jetzt nicht mehr wegen jeder Spam E-Mail auf das iPhone, sondern kann direkt auf dem Handgelenk ablesen ob es einen Blick auf Handy wert ist oder nicht. Ich habe das Gefühl das ich dadurch weniger aufs Handy schaue und auch wie bereits gesagt dadurch das iPhone mit einer Ladung länger durchhält. Eine weitere tolle Funktion ist die Möglichkeit bei Anrufen einen Anruf direkt über die Uhr anzunehmen oder abzuweisen. Die Uhr hat aber weder Lautsprecher noch Mikrofon, also sollte man beim annehmen entweder ein zusätzliches Headset nutzen oder das Handy anschließend aus der Tasche holen.

Des weiteren nutze ich die Uhr als Wecker, dafür habe ich mittlerweile Morpheuz im Einsatz, diese App misst mit dem G-Sensor der Uhr meine Bewegungen und weckt mich in einem definierten Zeitfenster wenn meine Bewegungen der Uhr suggerieren das ich bereits wach bin. Ein recht angenehmes Wecken, und dadurch das der Wecker durch Vibration funktioniert auch sehr dezent, so das niemand anderes durch den Wecker gestört wird.

Eine weitere Funktion die ich gerne nutze ist der Timer, ich als Teetrinker hatte sonst immer das Problem das ich entweder den Teebeutel zu früh rausgenommen habe, und der Tee einfach nur fad war, oder vergessen habe ihn rauszunehmen und der Tee total bitter war. Natürlich kann das auch das iPhone, aber die Funktion an der Uhr ist deutlich näher, so das ich diese einsetze und die auf dem Handy immer vergessen habe.

Weitere Tolle Funktionen:

  • Fernsteuern der Musik auf dem iPhone
  • Display für Runtastic (Pace, Dauer, Start/Stop)
  • Fernsteuerung für diverse Smart TV (geht leider nicht mit meinem aktuell)
  • Lesefunktion für Evernote

Fazit

Eine Smartwatch ist aktuell definitiv noch kein Must-Have, wer aber das Experiment Smartwatch wagen will, der macht mit der Pebble nichts verkehrt. Die Akkulaufzeit ist ok, die Funktionen sind zumeist ausgereift.

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